Mittwoch, 15. Juli: Gellerts geistliche Oden und Lieder Nr. 8 – Danklied

Wir sehen uns wieder im Gottesdienst und genießen das, aber das Singen fehlt uns. Daher soll es in diesem Sommer auf unserer Website jede Woche ein geistliches Lied geben. Die Sängerin Juliane Schubert erfreut und entschädigt uns mit geistlichen Oden und Liedern von Johann Fürchtegott Gellert (1715–1769), vertont durch Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788), dem berühmtesten der Söhne Johann Sebastian Bachs.

Mit der Vertonung von Gellerts Oden 1758 wurde Carl Philipp zu einem der angesehensten Liedkomponisten Deutschlands, sicher auch weil Gellert zu den beliebtesten Dichtern in Deutschland zählte. Der Aufklärer Gellert verbindet in seiner Poesie geschickt pietistische Frömmigkeit und moralische Belehrung mit Humor und hatte damit in seiner Zeit großen Erfolg. Fünf Auflagen der Vertonungen Carl Philipps erschienen allein zu dessen Lebzeiten.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Hören
Ihr Andreas Hetze

8. Danklied

Du bist‘s, dem Ruhm und Ehre gebühret;
Und Ruhm und Ehre bringe ich dir.
Du, Herr, hast stets mein Schicksal regieret,
und deine Hand war über mir.

Ich sank in Schmerz und Krankheit darnieder,
Und rief: O Herr, erette mich!
Da half mir Gott, der Mächtige, wieder,
Und mein Gebein erfreute sich.

Um Trost war meiner Seele so bange,
Denn Gott verbarg sein Angesicht.
Ich rief zu ihm: Ach Herr, wie so lange?
Und Gott verließ den schwachen nicht.

Dir dank ich für die Güter der Erden,
Für die Geschenke deiner Treu.
Dir dank ich, denn du hießest sie werden,
Und deine Güte ist täglich neu.

Dir dank ich für das Wunder der Güte;
Selbst deinen Sohn gabst du für mich.
Von ganzer Seel‘ und ganzem Gemüte,
Von allen Kräften preis ich dich.

Zurück