Sonntag, 5. Juni 2022, 17 Uhr

RICERCATA – ornamentierter Kirchengesang
Werke von Diego Ortiz, Aurelio Virgiliano, Giovanni Battista Degli Antonii und Georg Philipp Telemann
Ludwig Frankmar, Barockcello

Heute wird die ihrem Ursprung nach vokale Ricercata, ob ein- oder mehrstimmig komponiert, als eine Vorform der modernen Fuge beschrieben. Die Stücke von Diego Ortiz, Hofkapellmeister in dem damals zu Spanien gehörenden Neapel aus seinem Lehrwerk Tratenimento des glosas (Traktat über die Ornamentation) gehören zu den frühesten Beispielen dieser Kompositionsform. Ricercate-Sätze wurden bis in das 18. Jahrhundert hinein komponiert. Im Barock fand ein Übergang von Stücken in schwebender Rhytmik zu Stücken in konkret ausgeschriebenen Sätzen und modernen Taktarten statt, Tanzelemente wurden hinzugefügt. Aurelio Virgiliano, Giovanni Battista degli Antonii und Georg Philipp Telemann widmeten sich dieser Gattung besonders auch für Viola da Gambe bzw. Violoncello.

Ludwig Frankmar war in seiner Heimatstadt Malmö Schüler von Guido Vecchi, er war als Orchestermusiker an der Barcelona Oper und als Solocellist der Göteborger Oper tätig, sowie, nach Studien bei Thomas Demenga an der Musik-Akademie Basel, als Solocellist der Camerata Bern. Als er 1995 den Orchesterberuf verließ beschäftigte er sich zunächst vor allem mit zeitgenößischer Musik. Die Zusammenarbeit mit Kirchenmusikern führten ihn zur Alten Musik und zur historischen Aufführungspraxis. Es folgte ein Barockmusikstudium am Sweelinck-Konservatorium Amsterdam. Neben seinen Solokonzerten ist er Mitglied des Ensembles der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Berlin-Lankwitz. Ludwig Frankmar spielt ein fünfsaitiges Barockcello, gebaut von Louis Guersan (Paris, 1756).

Am Ausgang bitten wir um einen freiwilligen Beitrag von 6,- bis 10,- Euro

Ludwig Frankmar

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