Mittwoch, 12. August: Gellerts geistliche Oden und Lieder Nr. 11 – Der tätige Glaube

Wir sehen uns wieder im Gottesdienst und genießen das, aber das Singen fehlt uns. Daher soll es in diesem Sommer auf unserer Website jede Woche ein geistliches Lied geben. Die Sängerin Juliane Schubert erfreut und entschädigt uns mit geistlichen Oden und Liedern von Johann Fürchtegott Gellert (1715–1769), vertont durch Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788), dem berühmtesten der Söhne Johann Sebastian Bachs.

Mit der Vertonung von Gellerts Oden 1758 wurde Carl Philipp zu einem der angesehensten Liedkomponisten Deutschlands, sicher auch weil Gellert zu den beliebtesten Dichtern in Deutschland zählte. Der Aufklärer Gellert verbindet in seiner Poesie geschickt pietistische Frömmigkeit und moralische Belehrung mit Humor und hatte damit in seiner Zeit großen Erfolg. Fünf Auflagen der Vertonungen Carl Philipps erschienen allein zu dessen Lebzeiten.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Hören
Ihr Andreas Hetze

11. Der tätige Glaube

Wer Gottes Wort nicht hält, und spricht:
„Ich kenne Gott“, der trüget,
In solchem ist die Wahrheit nicht,
Die durch den Glauben sieget.
Wer aber sein Wort gläubt und hält,
Der ist von Gott, nicht von der Welt.

Der Glaube, den sein Wort erzeugt,
Muss auch die Liebe zeugen.
Je höher dein Erkenntnis steigt,
Je mehr wird diese steigen.
Der Glaub’ erleuchtet nicht allein;
Er stärkt das Herz und macht es rein.

Der bleibt in Gott und Gott in ihm,
Wer in der Liebe bleibet.
Die Liebe ist’s, die die Cherubim,
Gott zu gehorchen, treibet.
Gott ist die Lieb‘; an seinem Heil
Hat ohne Liebe niemand teil.

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