Andacht vom 31.03.2020

Gott, lass uns reden!

Die Zeit macht mir zu schaffen.
Ich suche immer noch einen neuen Rhythmus, einen neuen Alltag.
Verrückt, dass es erst zwei Wochen her ist, als unsere Welt hier aus den Fugen geriet.
Es kommt mir schon viel länger vor. Vielleicht, weil ich so müde bin.

Die Zeit macht mir zu schaffen.
Die Uhr tickt anders, oder?
Ein Tag jagt den anderen, seitdem unsere 2,5-jährige Tochter plötzlich 24 Stunden am Tag zu Hause ist. Das ist wunderbar, Gott, versteh mich nicht falsch. Sie ist ein Segen! Aber die Suche nach ruhiger, konzentrierter Arbeitszeit ist damit eine Herausforderung.

Die Zeit macht mir zu schaffen.
Wie gerne hätte ich etwas Zeit mit meinem Mann und Freunden. Zeit zum Auftanken, Lachen, Umarmen. Zeit für gewohnte Geselligkeit.

Die Zeit macht mir zu schaffen.
Und ich weiß, es geht gerade vielen so. Aber auf ganz unterschiedliche Weise.
Bei manchen rast die Uhr und bei anderen steht sie still.
Manche von uns haben zu viel ungefüllte Zeit, sind alleine mit sich.
Ich mache mir Sorgen um diejenigen in der Gemeinde und in meiner Familie, die alleine leben. Die gewohnten Begegnungsmomente fehlen und das tut nicht gut.
Ja, Gott, natürlich, wir telefonieren, skypen, schreiben einander.. aber es fehlt etwas.
Und ja, natürlich ist es wunderbar, was für neue Wege gerade gefunden und gegangen werden.... Aber! Heute ist das Aber in mir laut, das Hadern.
Aber - aber heute, Gott, heute bin ich müde! Zu müde um mich an den innovativen Wegen und Ideen zu freuen, zu müde, neue Gottesdienstformen vorzubereiten.
Heute, jetzt in diesem Moment, suche ich deine Nähe im Gebet, suche Ruhe und Frieden, sehne mich nach neuer Kraft, sehne mich nach einem neuen Tag.

Meine Zeit steht in deinen Händen, Gott – so heisst es in Psalm 31.
Peter Strauch hat dieses Psalmwort in einen modernen Liedtext umgedichtet.
Heute spricht er mir aus meinem Herzen.
Gott, hör mein Gebet, hör das Lied, das ich dir singe.
Schenke uns Kraft für den neuen Tag, schenke uns erfüllende Zeit und Ruhe für unsere unruhigen Seelen. Amen.

Lied: Meine Zeit steht in deinen Händen
(Text und Melodie: Peter Strauch)

Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.

Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
Sorgen quälen und werden mir zu groß.
Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.
Vater, du wirst bei mir sein.

Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.

Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb
nehmen mich gefangen, jagen mich.
Herr ich rufe: Komm und mach mich frei!
Führe du mich Schritt für Schritt.

Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.

Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
Es gibt Tage die bleiben ohne Sinn.
hilflos seh ich wie die Zeit verrinnt.
Stunden, Tage, Jahre gehen hin,
und ich frag, wo sie geblieben sind.

Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.

Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

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