Das besondere Profil der Gemeinde zeigt sich im sonntäglichen Gottesdienst (10 Uhr) in der strikten Konzentration auf Lesung, Gebet, Predigt und Psalmengesang. Der Kirchsaal ist schlicht gestaltet – ohne Kreuz und Bilder (Zweites.Gebot). Im Anschluss an den Gottesdienst treffen sich Besucher und Gemeindemitglieder zu Gesprächen und zum Gedankenaustausch.
Ein besonderes Schwergewicht liegt auf den Gesprächskreisen für die mittlere Generation: hier werden wechselnde Themen erörtert, bisher über das Verhältnis von Glauben und Naturwissenschaft am Beispiel der Evolutionstheorie Darwins, zur Gewaltdarstellung in der Bibel u.a.
Die Ev.ref.Bethlehemsgemeinde arbeitet im Ökumenischen Arbeitskreis Rixdorf mit und beteiligt sich am jährlichen Kulturfestival „48 Stunden Neukölln“. Beziehungen bestehen zudem nach Tschechien und in die USA.
Darüberhinaus fördert die Gemeinde die Arbeit des Freundeskreis Las Torres e. V. in Mülheim an der Ruhr, der vielfätige Unterstützungsarbeit für Initiativen in den Barrios Las Torres, Los Cujicitos, Catuche und El Retiro in Caracas/Venezuela leistet.
»Rixdorfer Bühne« mit Nachfahren der böhmischen
Glaubensflüchtlinge, wie dem Mann mit der Tuba: am Ostermorgen ziehen
Mitglieder der Ev. Brüdergemeine mit Bläserchor auf den Böhmischen Gottesacker.
Links im Bild, der Zug der Exulanten 1732, weg von ihrer Zwischenstation
Alt-Herrnhut in Sachsen. Oben die Ansicht von Rixdorf 1790 nach dem Bild von
J.F. Henning, auf dem Schild die Erinnerung an den großen Brand 1849, vorne
links ein Mitglied der Hausbesetzerszene Anfang der 80er Jahre.
Wandbild der Künstlergruppe Ratgeb von 1981 auf der
Brandmauer des Hauses Richardstraße 99 vom Garten der Ev.-reformierten
Bethlehemsgemeinde aus fotografiert (jetzt leider verbaut).
Die Ev.-ref.Bethlehemsgemeinde ist eine der drei Gemeinden, die sich bis 1747 unter tschechischen Glaubensflüchlingen in Berlin und Rixdorf herausgebildet hatten. Sie verdankt ihre Existenz der besonderen Unterstützung des brandenburgisch-preußischen Herrscherhauses, das seit Ende des 17. Jahrhunderts immer wieder Flüchtlinge aus Glaubensgründen sowie Kolonisten in das durch den 30jährigen Krieg weitgehend entvölkerte und verwüstete Land holte: französische Hugenotten, Protestanten aus Salzburg, der Pfalz, der Schweiz und aus Holland.
Die Gründer der Bethlehemsgemeinde standen in der Tradition der 1457 begründeten (alten) Brüder-Unität. Im Geiste Jan Hus, des böhmischen Reformators, traten sie für eine Kirche nach urchristlichem Vorbild ein. Abendmahl in beiderlei Gestalt (‚Laienkelch‘), Schlichtheit der Gottesdienste und Gleichheit der Gläubigen waren die Kennzeichen ihrer Glaubensgemeinschaft.
Mehr zur Geschichte der Gemeinde erfahren Sie in der Dauerausstellung im Foyer des Gemeindehauses: Auszug und Ankunft. Der Weg der Evangelisch-Reformierten Bethlehemsgemeinde durch drei Jahrhunderte“ und in der gleichnamigen Broschüre, die über die Gemeinde bezogen werden kann und im PDF-Format (Bildschirmauflösung, 423 KB) vorliegt. (Zum Download Link mit rechter Maustaste anklicken und „Ziel speichern unter“ wählen.)
Über unser Gemeindehaus, das als Schul- und Bethaus im Jahre 1835 eingeweiht wurde, können Sie sich in einer weiteren Broschüre informieren, die ebenfalls über die Gemeinde zu beziehen ist und im PDF-Format (Bildschirmauflösung, 343 KB) vorliegt. (Zum Download Link mit rechter Maustaste anklicken und „Ziel speichern unter“ wählen.)
Heute gehören zur Gemeinde Christen reformierten Bekenntnisses aus verschiedenen Teilen Deutschlands und Europas. Als kleine Personalgemeinde gehört die Ev.-reformierte Bethlehemsgemeinde zur Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Sie ist mit anderen reformierten Gemeinden in einem Kirchenkreis verbunden. Eingedenk ihrer Geschichte als Flüchtlingsgemeinde gewährt sie heute zwei fremdsprachigen Gemeinden Asyl. So treffen sich im historischen Gemeindehaus in Berlin-Rixdorf (Neukölln) Christen aus dem Iran und aus West-Afrika.


